Effizienzhaus 55

Presse: "Förderung läuft aus: Energie sparen wird teuer"

Jetzt planen und bis zu 26.250 Euro Fördergeld sichern!


PNP-MMH-Förderung

Förderung läuft aus: Energiesparen wird teurer

Bauen nach dem Kfw-55-Standard ab 1. Februar gestrichen - Kritische Stimmen zur Änderung
Von Regina Ehm-Klier

Mit ihrer Ankündigung, die KfW-55-Förderung zum 31. Januar auslaufen zu lassen, sorgt die Kreditanstalt für Wiederaufbau für Hektik bei Bauwilligen. Und erntet Kritik im Baugewerbe. Denn der KfW-55-Standard galt einst als Maßstab für energieeffizientes Bauen. Jetzt soll die Messlatte höhergelegt werden, wie die KfW auf ihrer Homepage die entsprechenden Neuregelungen erklärt: Fördergelder gehen "vermehrt dahin, wo das CO2 Einsparpotenzial am höchsten ist - in Gebäudesanierungen und besonders effiziente Neubauten". Das bedeutet: "Im Gegenzug entfällt das Förderbudget für Neubauten der Effizienzhaus-Stufe 55". Zum 1. Februar ist es so weit.

Roland Kufner (47) aus Vilshofen, der für Mr+Mrs Hornes in Regensburg arbeitet, weist auf diese Regelung hin - und darauf, dass es für Bauherren jetzt knapp werden kann, noch rechtzeitig den Antrag bei der KfW einzureichen. Für ihn bzw. seinen Arbeitgeber ist das jedoch "wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk", denn Mr + Mrs Homes hat eine neu entwickelte dreidimensionale Anwendung, dank der sich Bauherren ihren Neubau zusammenstellen können, "wie bei einem Auto", erklärt Kufner die Möglichkeiten der Anwendung. Dadurch könne das Unternehmen eine „Hochgeschwindigkeitsgarantie" geben. Der fertige Bauplan mit allen KfW-relevanten Details könne innerhalb von fünf Werktagen erstelltwerden, damit die Förderung rechtzeitig beantragt werden kann. Es geht immerhin um 26.000 Euro.

Mr+Mrs Hornes wurde vom Architektenduo Mario Mirbach und Markus Semmelmann gegründet. 2020 haben sie mit ihrer Hausbauplattform mit dem „Smart Building & Smart Construction Innovation World Cup" einen bedeutenden Preis der Branche erhalten. Dass die Zukunft des Bauens in der Digitalisierung liegt, davon sind Mirbach und Semmelmann überzeugt. Andererseits sei es jetzt nicht sinnvoll, in Zeiten von Wohnungsknappheit die Förderung der Energieeffizienz zurück zufahren, wie sie finden.

Dieser Meinung ist auch das Bayerische Baugewerbe, in dem die Bauinnungen des Freistaats organisiert sind. Pressesprecher Holger Seit erklärt gegenüber der PNP, dass es natürlich sinnvoll sei, hohe Ansprüche an die Energieeffizienz sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen zu stellen. Allerdings findet auch Seit einen Autovergleich: ab einem gewissen Standard werde die Effizienz immer teurer.

Der Verband warnt deshalb vor Regelungen „mit dem Vorschlaghammer". Denn Wohnraum sei knapp und werde immer teurer. Fallen nun auch noch Förderungen weg, "wird Bauen und Sanieren unbezahlbar", warnt Seit. Das bringe die Gefahr, "dass die Leute dann gar nichts mehr machen." Das Baugewerbe fordert, weitere Förderprogramme aufzulegen.

Quelle: PNP

Ähnliche Artikel

Möchten Sie über Neuigkeiten infomiert werden?

Registrieren Sie sich hier für unser Newsletter.